Im Schokoladenwunderland – Valentinstag in Japan

Valentinstag ist in Japan ein ziemlich wichtiges Event, zum einem für die weibliche Bevölkerung und zum anderen für die Schokoladenindustrie, die wahrscheinlich im Februar den halben Jahresumsatz erwirtschaftet.

Valentinstag ist in Japan der Tag, an dem man seinem Schwarm seine Liebe gesteht. Allerdings im Gegensatz zu Deutschland nur die Frauen den Männern. Männer können sich dann im März am sogenannten White Day revanchieren.

Schokolade in allen Formen und Größen

Das Ganze geschieht in Form eines kleinen Geschenks, meist ist es Schokolade. Diese kann selbstgemacht oder gekauft sein. Schon Anfang Januar gibt es in vielen Supermärkten fertige Schokolade oder Sets zum Selbermachen zu kaufen. In großen Kaufhäusern gibt es ganze Abteilungen, die für einen bestimmen Zeitraum nur Valentins-schokolade verkaufen. Dabei gibt es verschiedenste Sorten und Variationen, wie zum Beispiel diese an den Weltraum angelehnte Schokolade.

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Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter…

Auch diverse Kollaborationen mit berühmten Marken finden jedes Jahr statt. Hier zum Beispiel Alice im Wunderland, Mumin und Star Wars, auch wenn ich etwas fragwürdig finde, seine Liebe mit einem Schoko-Darth Vader auszudrücken.

Die speziellen Valentins-Abteilungen der Kaufhäuser erinnern an ein Schokoladenwunderland und es sollte wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Drei Arten von Schokolade

In Japan unterscheidet man drei Arten von Schokolade, die am Valentinstag verschenkt wird. Honmei (本命)-, Giri(義理)- und Tomo(友)-Schokolade. Honmei-Schokolade ist die für den Schwarm, dem man seine Liebe gestehen möchte, hier gibt man sich auch die meiste Mühe bzw. das meiste Geld aus.

Giri-Schokolade wird unabhängig von den Gefühlen, die man für die andere Seite empfindet verschenkt. Es ist in vielen japanischen Firmen Brauch, dass weibliche Mitarbeiter am Valentinstag Giri-Schokolade an männliche Kollegen verschenken unabhängig davon, was für ein Verhältnis sie zu diesen haben. Dabei ist es von Firma zu Firma unterschiedlich, ob z. B. nur dem Chef oder allen Kollegen in der Abteilung etwas geschenkt wird.

Die neuesten Entwicklungen zeigen aber, dass man sich immer mehr von diesem Brauch entfert. Einige Firmen verbieten sogar das verschenken von Giri-Schokolade mittlerweile.

Tomo-Schokolade ist Schokolade, die man an seine Freundinnen verschenkt.

Selber essen macht fett!

Wer keine Schokolade verschenken will, der kann auch welche für sich selbst kaufen. Das heißt dann 自分用チョコ und wird vor allem unter jungen Mädchen auf Instagram und anderen Plattformen zelebriert. Einige Hersteller bewerben ihre Schokolade auch direkt damit, dass sie ganz toll auf Instagram aussieht.

Vorm Dickwerden muss man als Normalverdiener auch nicht allzu viel Angst haben, denn die Valentins-Schokolade ist nicht gerade günstig. Eine kleine Packung mit drei oder vier Stück bekommt man in Kaufhäusern für ca. 1.000 Yen und für die großen Packungen muss man auch schon mal 5.000 Yen oder mehr auf den Tisch legen.

White Day statt Schniblotag

Im Gegensatz zu Deutschland, wo am 14. März der Schniblotag zelebriert wird, ist in Japan White Day. Das Gegenstück zum Valentinstag, an dem sich die Männer durch ein Geschenk revanchieren. Das gilt auch für die, die nur Giri-Schokolade bekommen haben.

Ist Valentinstag vorbei, werden direkt alle Werbeplakate und Banner auf White Day umgestellt und es wird dann Schokolade speziell für den White Day verkauft. Da kommt die berechtige Frage auf, ob die Reste vom Valentinstag nicht einfach nur in einer anderen Verpackung neu verkauft werden. Dazu müsste man mal nähere Untersuchungen anstellen.

Am White Day muss allerdings nicht unbedingt Schokolade verschenkt werden, es können auch andere kleine Geschenke sein.

Was haltet ihr vom Valentinstag? Verschenkt ihr was oder bekommt ihr was geschenkt?

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2 Kommentare zu „Im Schokoladenwunderland – Valentinstag in Japan

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