Wie man einen Job in Japan findet -Teil 2

Den ersten Teil der Serie findet ihr hier.

Im zweiten Teil der Serie geht um eine spezielle Art der Jobsuche, wie ich sie bevor ich nach Japan kam, noch nicht erlebt hatte. Es geht um Recruiting Agents oder Headhunter.

Bewerben mit Zwischenmann

Recruiting Agents sind so eine Art Zwischenmann, zwischen Bewerber und Firma. Man bewirbt sich nicht direkt bei der Firma, sondern registriert sich bei dem Agent als Jobsuchender. Das funktioniert meist online über ein Formular.

Dann hat man zunächst ein Gespräch mit dem Agent, in dem man seinen Werdegang erläutert und angibt, was für einen Job man sucht. Manche Agents kommen in die Nähe der eigenen Wohnung/Firma und treffen sich mit einem in einem Cafe etc. bei anderen muss man ins Office das Agents kommen. Manchmal geht es auch nur telefonisch. Je nach Agent wird das Gespräch auf English oder Japanisch geführt. Wer noch nicht so gut Japanisch kann, sollte eher nach einem Agent Ausschau halten, der auf Ausländer spezialisiert ist.

Basierend auf dem Gespräch stellt der Agent einem dann passende Stellenanzeigen vor und man kann sich entscheiden, ob man sich bewerben möchte oder nicht. Meistens hat der Agent schon beim ersten Gespräch zwei bis drei Anzeigen dabei, alle weiteren werden einem dann per E-mail zugeschickt.

Bewerben ohne viel Aufwand auf Kosten Anderer

Die Bewerbung selbst nimmt der Agent vor, man muss also nicht selbst mit der Firma in Kontakt treten, nur dem Agent mitteilen, dass man sich bewerben möchte.

Wird man zu einem Gespräch eingeladen, erhält man diese Nachricht vom Agent und Terminplanung etc. läuft dann auch komplett über den Agent. Nachdem Interview muss man dann an den Agent ein kurzes Feedback geben, wie man das Gespräch fand und nach ein paar Tagen bekommt man dann das Feedback der Firma über den Agent mitgeteilt.

Der Vorteil eines Agents ist, dass man beim Bewerben weniger Arbeit hat, der Nachteil ist, dass die Firma bei Einstellung einen Betrag (ca. ein drittel des Jahresgehalts des vermittelten Bewerbers) an den Agent zahlen muss und sie sich daher dreimal überlegt, ob jemand eingestellt werden soll. Auch sollte man sich überlegen, wer die eigenen Stärken besser vermitteln kann, ein Agent mit dem man 30 Minuten geredet hat, oder man selbst. Als Ausländer in Japan kann es aber auch von Vorteil sein, wenn man einen japanischen Agent hat und sich bei einer japanischen Firma bewirbt, da ein Ausländer, der von einem Japaner empfohlen, wird für Japaner unter Umständen vertrauenswürdiger erscheint als ein Ausländer, der sich selbstständig bewirbt.

Außerdem hängt das Gehalt der Agents vom Jahresgehalt der erfolgreich vermittelten Bewerber ab, sodass Agents sich eher auf Vielverdiener fokussieren und Leuten mit geringem Einkommen weniger Stellen anbieten. Bei mir war es meistens so, dass ich direkt nach dem Gespräch viele Stellen angeboten bekam, sich aber der Agent dann nach einigen erfolglosen Bewerbungen nicht mehr meldete.

Ich finde Agents sind trotzdem einen Besuch wert, da die Nutzung von Agents für Bewerber komplett kostenlos ist und man vielleicht auch ein paar Tips zur Überarbeitung seines Lebenslaufes, für Interviews etc. bekommen kann.

Manchmal haben Agents auch Stellenanzeigen, die gar nicht öffentlich zugänglich sind und für die man sich nur über den Agent bewerben kann.

Außerdem stellen Agents auch manchmal Informationen zu Verfügung, die man als normaler Bewerber nicht hat, z. Bsp. Fragen, die beim Interview häufig gestellt werden oder nähere Informationen zu den Interviewern.

Es gibt gute und weniger gute

Es gibt allerdings gute und weniger gute Agents. Gute Erfahrungen habe ich zum Beispiel mit enworld und adeco gemacht. Mir wurden spezielle Tipps zu meinem Lebenslauf gegeben und ich erhielt auch konkrete Infos zu den Interviews.

Viele Agents geben einem aber auch nur Standardratschläge oder schicken einem vor dem Interview eine Standardliste mit Interviewfragen, die man sowieso schon 100 Mal gesehen hat.

Besonders aufpassen sollte man bei Agents, die abgesprochene Treffen plötzlich am Morgen des verabredeten Tags verschieben/absagen wollen und nicht auf Emails antworten. Das heißt, man selbst ist sehr weit untern auf der Prioritätsliste und sollte daher vielleicht einen anderen Agent ausprobieren. Es gibt ja genügend davon. Nicht empfehlen kann ich u.a. Huxley.

Wenn man ein LinkedIN Profil hat, kann es auch vorkommen, dass man von einem Agent angeschrieben wird, weil er gerade eine passende Stellenanzeige hat. Ich bekomme regelmäßig solche Anfragen. Wer also schon in Japan ist und ein bisschen Berufserfahrung vorweisen kann, sollte sich auf jeden Fall ein LinkedIN Profil zulegen.


Die nächsten Teile der Serie findet ihr hier.  Teil 3 >> Teil 4

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3 Kommentare zu „Wie man einen Job in Japan findet -Teil 2

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