Nemurin Oriental – Eine kleine Pension Irgendwo im Nirgendwo

Vor ein paar Wochen waren mein Mann und Ich für 3 Tage in der Tochigiprefektur in der Region Nasu, um uns ein wenig von den Menschenmassen in Tokyo zu erholen.

Diese Region ist für Touristen aus dem Ausland wohl eher unbekannt, unter Japaner allerdings recht beliebt. Ein gewisses Maß an Japanischkenntnissen sollte für Urlaub hier vorhanden sein, da die Gegend weniger auf ausländische Touristen eingestellt ist.

Flucht vor der Großstadt

Ich möchte hier kurz die Pension, wo wie übernachtet haben, vorstellen. Sie heißt Nemurin Oriental und liegt im sprichwörtlichen Nirgendwo. Es gibt nichts in der Nähe, dass nicht ohne Auto zu erreichen wäre, keinen Supermarkt, keinen Konbini und keinen Bankautomaten. Und das gerade ist das Tolle, man ist nur umgeben von Natur und nicht dem vielen Licht und Lärm der Großstadt ausgesetzt.

 

IMG_8817.JPG
Der Eingang zum Nemurin

 

Das Nemurin ist nicht sehr groß und hat nur ca. 10-15 Zimmer, einige davon westlich eingerichtet und einige japanisch. So sah unser Zimmer aus.

 

IMG_8807
Ein Zimmer im japanischen Stil

 

Die Pension hat dem Namen entsprechend einen sehr orientalischen Flair.

 

Die Preise für eine Übernachtung in einem Zimmer mit Bad fangen bei 11,200 Yen an und steigen aber an Wochenenden und Feiertagen entsprechend an. Das Nemurin ist die beliebteste Pension in der Gegend und immer recht schnell ausgebucht.

Onsen so viel man will

Im Preis inbegriffen ist die Nutzung der vier Onsen Bäder, die sich im Hauptgebäude befinden. Alles sind private Bäder, sodass man nicht das Problem hat, dass man mit fremdem Leuten nackt im selben Bad badet, wie es bei regulären Onsen in Japan üblich ist. Auch ist es möglich als heterosexuelles Paar zusammen hinein zu gehen, was bei regulären Onsen meist nicht geht, da dort in der Regel nach Geschlechtern getrennt wird.

Die Bäder kann man nutzen wann und wie lange man will, wenn sie gerade nicht besetzt sind. Es ist eine „wer zuerst kommt malt zuerst“-Regelung.  Allerdings sind selten alle gleichzeitig besetzt, da die Anzahl der Gäste auch bei maximaler Belegung nicht so hoch ist und man es auch nicht stundenlang im Onsen aushält.

Es gibt zwei Bäder innen und zwei außen, die überdacht sind.

 

Für zwei Leute gleichzeitig sind sie groß genug, aber bei mehr Leuten könnte es problematisch werden.

In diesen Onsenbädern kann man wunderschön entspannen und die Natur genießen. Zusätzlich ist das Baden noch gut gegen allerlei Krankheiten.

Rindfleisch so viel man schafft

Das ist aber noch nicht alles, weiterhin im Preis enthalten ist ein traumhaftes Abendessen. Es beginnt mit einer Auswahl verschiedener japanischer Vorspeisen, dazu gibt es Reis und eine Salatbar. Als Option kann man noch All You Can Eat mit japanischen oder australischen Rindersteaks dazu buchen und die sind echt lecker. Abgerundet wird alles durch ein Dessertbuffet. Vom 18:00 bis 19:30 kann man soviel essen, wie man mag und zu gibt es auch All You Can Drink mit Softdrinks und alkoholischen Getränken.

 

Morgens gibt es ab 8 Uhr Frühstück. Es wird westliches Frühstück und japanisches Frühstück angeboten, es ist aber alles recht Standard.

Ohne Auto ist man aufgeschmissen

Das einzige Manko ist der Ort. Ohne Auto ist die Pension nur schwer zu erreichen. Als wir von einem Jahr das erste mal dort waren, sind mir mit dem Bus gefahren. Vom Kuroiso (黒磯駅) Bahnhof fährt ein Bus in die Nähe der Pension, allerdings gibt es nur zwei Busse pro Tag, das heißt, wenn man einen verpasst, wars das. Außerdem muss man seinen Zeitplan genau an der Buszeiten ausrichten.

Es ist daher empfehlenswert mit dem Auto anzureisen. Wir haben es beim zweiten mal so gemacht, dass wir um Stau zu vermeiden mit dem Zug bis zum Bahnhof Nasushiobara (那須塩原駅) gefahren sind und dort einen Mietwagen gemietet haben. Von dort aus ist es etwa eine dreiviertel Stunde fahrt.

Mit dem Auto kann man in der Nasu Gegend auch einiges erleben. Es gibt einen Safaripark, einen Affenpark, einen Zoo und viele kleine, liebevoll eingerichtete Restaurants und Cafés, von denen viele seltsamerweise einen deutschen Namen haben. Es gab zum Beispiel das Café „Kaninchen“ und das Café „Papa schnell“.

Außerdem gibt es einen Vergnügungspark, den Nasu Highland Park. Dieser liegt direkt bei der Pension und ist sogar zu Fuß zu erreichen.

Wer einmal ländliche Gebiete in Japan und das Baden in japanischen Onsen erleben möchte, dem kann ich diese Pension nur wärmstens empfehlen. Wir waren bis jetzt zweimal da und werden bestimmt nochmal hinfahren.

Leider gibt es in der Pension kein Wlan wie sonst in vielen Hotels üblich, allerdings ist das vielleicht auch gut so, damit auch wirklich abschalten kann.

Hier findet ihr die Webseite der Pension, die leider nur auf japanisch verfügbar ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s