Wie man einen Job in Japan findet – Teil 4

Im letzten Artikel der Serie möchte ich noch auf anderen Möglichkeiten der Jobsuche eingehen, die alleine keinen ganzen Artikel füllen würden. Die vorherigen Artikel sind hier zu finden. (Teil 1 >>Teil 2 >> Teil 3)

Jobfairs

Auf Jobfairs stellen sich verschiedene Firmen vor und man hat die Gelegenheit mit den Personalern zu sprechen, um Fragen zu stellen, sich vorzustellen etc. Es werden oft auch zusätzlich Vorträge zum Thema Bewerben, Vorstellungsgespräche etc. angeboten. Diese Fairs finden in größeren Städten in Japan jeden Monat mehrmals statt, richten sich aber meist an Japaner, allerdings gibt es auch mehrmals im Jahr Fairs speziell für Ausländer, wie zum Beispiel dieses hier von Pasona, dass sich eher an Studenten richtet oder das German Chamber Talent Cafe der AHK Japan, das immer im July stattfindet und sich an Bewerber mit Berufserfahrung richtet.

Es genügt meist sich online zu registrieren und man kann kostenlos teilnehmen. Es ist sinnvoll ein paar Kopien seines Lebenslaufes, am besten Englisch und Japanisch dabei zu haben, damit man diese direkt an interessante Firmen verteilen kann. Es läuft in der Regel so ab, dass man zum Stand der jeweiligen Firma geht, dort kurz mit dem Personaler spricht und dann seinen Lebenslauf abgibt. Hat die Firma Interesse, bekommt man später eine Nachricht mit Einladung zu einem Vorstellungsgespräch oder einer weiteren Veranstaltung der Firma.

Ich war schon auf einigen japanischen Fairs und hatte immer da Gefühl, dass es sich dabei eher um eine Werbeveranstaltung für die Firmen handelt, als um eine wirkliche Jobmesse, es sind aber trotzdem meistens ein oder zwei Interviews dabei herausgesprungen. Auch in den Vorträgen werden oft nur allgemeine Tips gegeben, die man sowieso schon kennt oder mit einer kurzen Googlesuche selbst herausfinden kann. Grundsätzlich sollte man Job Fairs lieber im Anzug besuchen, auch wenn die Webseite es nicht zwingend vorgibt.

Bei einer japanischen Firma in Deutschland anfangen

Wenn man gute Japanischkenntnisse hat, kann man auch versuchen in einer deutschen Niederlassung einer japanischen Firma anzufangen und darauf hinarbeiten, später einmal nach Japan versetzt zu werden. Dieser Weg hat bei einigen Bekannten von mir funktioniert. Da man als Expat nach Japan geschickt wird, bekommt man oft noch Auslandszuschlag und Unterstützung von der Firma, was Wochnungssuche etc. angeht. Es ist zwar nicht sicher, ob man am Ende nach Japan kommt, wenn man es aber schafft, dann geht es einem wahrscheinlich besser, als einem der in Japan einen Job gesucht hat.

Das Japanische Arbeitsamt “Hello Work“

Hello Work sollte der allerletzte Anlaufpunkt sind, wenn ihr wirklich verzweifelt seid. Gute Stellenanzeigen findet man hier nicht und oft geben Firmen auch falsche Informationen an. Geht man zum Interview ist plötzlich von viel weniger Gehalt oder viel mehr Überstunden die Rede oder aus einer unbefristeten Stelle wird eine befristete Stelle. Es gibt Filialen, die auf Ausländer spezialisiert sind, allerdings nur in dem Sinne, dass es Mitarbeiter gibt, die Englisch sprechen, die Stellenanzeigen sind für Japaner und Ausländer gleich.

Die Nutzung von Hello Work ist auch nur möglich, wenn man bereits ein Visum mit einer Arbeitserlaubnis hat.

Die Anzeigensuche läuft hier so ab, dass man sich zunächst registriert, indem man handschriftlich ein Formular ausfüllt. Dann darf man einen der vorhandenen Computer benutzen um sich Anzeigen aus der Datenbank zu suchen. Bis zu fünf davon darf man sich ausdrucken. Mit denen geht man dann zu einem Hello Work Mitarbeiter und dieser ruft die Firmen an und fragt, ob die Stelle noch frei ist und ob sich Ausländer bewerben dürfen. Bei einem Ja erhält man eine Art Bescheinigung von Hello Work, die man dann mit seinem Lebenslauf per Post oder Email an die Firma schickt.

Für Firmen ist es kostenlos auf Hello Work Stellenanzeigen aufzugeben, sodass man hier hauptsächlich Firmen findet, die nicht genug Geld haben um auf Onlineportalen Anzeigen zu schalten oder einfach mal eine Anzeige aufgeben, obwohl eigentlich kein Bedarf ist, um zu schauen, was denn so kommt.

Ich hoffe, die vier Artikel haben das Thema Jobsuche in Japan mal ein bisschen besser beleuchtet. Wer noch Fragen hat, kann gerne kommentieren oder mich auf die üblichen Social Media Kanälen, kontaktieren.

Advertisements

3 Kommentare zu „Wie man einen Job in Japan findet – Teil 4

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s