Foto Wedding – Heiraten ohne Hochzeit

Vor Kurzem haben mein Mann und ich unseren zweiten Hochzeitstag gefeiert. Hier geht es darum, wie wir unsere Hochzeit gefeiert haben bzw. warum wir nicht gefeiert haben.

Warum wir keine Feier wollten

In Japan geben die meisten Paare 3.000.000 Yen bis 3.5000.000 Yen für eine Hochzeit aus. Damit man die Zahl besser einordnen kann, das ist etwa so viel, wie einer von uns im Jahr vor Steuern verdient. Ich bin eigentlich grundsätzlich eher dafür Geld für schöne Erinnerungen auszugeben als für materielle Dinge, aber bei solchen Summen ändert sich meine Denkweise. Wie sollen wir denn zusammen ein neues Leben anfangen, wenn direkt fast unsere gesamten Ersparnisse für die Hochzeit drauf gehen?

Außerdem stelle ich mir eine Hochzeit sehr stressig vor. Man hat Stress bei der Planung und dann noch mehr Stress am großen Tag, weil alles perfekt sein muss. Als Gastgeber ist man natürlich auch für die Gäste verantwortlich und anstatt das teure Essen in Ruhe zu genießen, rennt man von Tisch zu Tisch, um wenigstens mit jedem einmal kurz geredet zu haben. Klingt für mich nicht unbedingt nach dem schönsten Tag im Leben.

Daher haben wir uns entschieden, keine Feier zu machen. Allerdings träumt natürlich fast jede Frau davon, einmal ein Brautkleid zu tragen und schöne Fotos davon zu habem. Diesen Traum kann man sich aber auch viel preisgünstiger erfüllen.

Foto Wedding – ein Trend in Japan

In Japan ist gerade das sogenannte Foto Wedding beliebt. Foto Wedding heißt, dass man nur Hochzeitsfotos macht ohne eine Feier dazu. Preislich kommt man hier viel günstiger weg. Wir haben für unsere Fotos ca. 200.000 Yen bezahlt, aber das Fotostudio hatte auch schon Angebote ab 50.000 Yen. Gerade bei jungen Paaren sind Foto Weddings beliebt, da man ähnlich wie bei uns nicht so viel Geld ausgeben möchte. In Tokyo gibt es bereits sehr viele Studios, die Foto Weddings anbieten.

Ohne Cash in der Täsch ist nicht gut heiraten
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Wie funktioniert das Ganze?

Wenn man ein Studio gefunden hat, das einem gefällt, kann man zunächst einen kostenlosen Beratungstermin ausmachen. Dort werden einem das Program und Zusatzoptionen erklärt, man kann sich die Kleider, Anzüge und Kimonos ansehen, die man leihen kann und auch direkt schon anprobieren.

Auch werden einem die Locations vorgestellt, wo die Fotos gemacht werden. Je nach Studio und Budget kann man auch Outdoor-Shootings buchen.Wenn man zufrieden mit dem Angebot ist, kann man sich dann für das Studio entscheiden, wenn nicht, schaut man sich einfach noch ein paar mehr an.

Als wir unser Studio gefunden hatten, hatten wir als zweites dann noch einen Termin, wo Make-Up, Haarstyling und Accessoires besprochen wurden. Der dritte Termin war dann direkt der eigentliche Fototermin.

Was ist im Preis inbegriffen?

Das Studio, wo wir Fotos gemacht haben, hatte verschiedene Festpreisangebote, in denen das Leihen von Kleid, Anzug bzw. Kimono, Make-up und Haare und das Shooting inbegriffen waren. Wir hatten uns für einen Indoor-Plan entschieden, wo man Fotos im Kimono und Brautkleid machen konnte. Je Auswahl von Kleid/Anzug/Kimono, können noch zusätzliche Kosten dazu kommen. Auch hat es bei uns noch extra gekostet, weil wir mehr Fotos als digitale Version haben wollten, als der Plan vorgesehen hatte.

Der große Tag

Am Tag des Shootings hatten wir uns beide frei genommen, weil man am Wochenende nochmal 10.000 Yen extra bezahlt hätte. Ich war am Tag vorher beim Friseur und Nagelstudio gewesen, um perfekt vorbereit zu sein.

So viel Geld hatte ich vorher noch nie im Nagelstudio bezahlt
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Zunächst ging es für mich in die Maske. Ich wurde geschminkt und mir wurden die Haare gemacht, zunächst passend für das Brautkleid mit Locken. Danach wurden wir angekleidet und es ging direkt los.

Wir gingen wie mit dem Fotografen besprochenen Locations durch und machten immer ein paar Standardfotos, die wohl alle Paare machen, und durften aber auch eigene Ideen einbringen. Die Fotos wurden in dem Hotel gemacht, zu dem das Studio gehört. Es gab neben dem Fotostudio selbst auch eine kleine westliche Kapelle, die große Hoteltreppe, einen Dachgarten und einen kleinen japanischen Schrein, die für Fotos genutzt wurden konnten.

Nachdem die Fotos im Kleid alle geschossen waren, ging es ans Umziehen und Umstylen. Mein Mann war hier schnell fertig, aber ich brauchte eine Weile und das, obwohl vier Angestellte auf mich zugerannt kamen, mich ankleideten und meine Haare passend zum Kimono hochsteckten. Ich hatte zum ersten Mal eine Vorstellung, wie sich berühmte Models bei Modenschauen fühlen müssen.

Ich hatte mich nicht für einen traditionellen Hochzeitskimono entscheiden sondern für    einen Furisode-Kimono, weil der mir besser gefallen hatte. Nichtsdestotrotz wurde ich in mehre Schichten Stoff gewickelt und zwischendurch wurde noch eine Schicht Watte drauf gepackt. Für den Kimono musste man auch eine spezielle Unterbekleidung (Hadajuban) tragen, die uns zum Glück die Mutter von meinem Mann geliehen hatte.

Als alles fertig war, kam ich mir sehr zugeschnürt vor und konnte mich nur langsam in kleinen Schritten bewegen. Nach etwa 30 Minuten Fotoshooting tat mir auch alles weh und ich wollte nur noch aus dem Kimono raus. Ich frage mich echt, wie man es aushält, den ganzen Tag so rumzulaufen.

Das Fotoshooting selbst hatte mit Maske, etc. ca. 4 Stunden gedauert. Danach ging es an die Fotosauswahl. Es war gar nicht so einfach, aus der Masse an Fotos, die Fotos auszuwählen, die in die Postproduktion gehen sollten. Die fertigen Fotos wurden uns dann ein paar Wochen später per Mail geschickt.

Fazit

Wir haben uns nicht unbedingt für die günstigste Variante und für das günstigste Fotostudio entschieden, aber wir waren beide sehr zu frieden mit den Fotos und die Beratung und Betreung durch die Mitarbeiter des Studios war auch sehr gut. Das größte Problem an den Festpreisangeboten bei diesem Studo ist wohl, dass nur ein oder zwei Fotos als Digitalversion eingeplant sind. Wenn man sich dann wie wir, nicht entscheiden kann und mehr als 10 Fotos auswählt, geht es ganz schön ins Geld.

Zum Schluss lass ich nochmal die Bilder für sich sprechen. ^^

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