Kawagoe, das kleine Edo in Saitama

„Loch in Erde, Bronze rin, Glocke fertig, bimm, bimm, bimm.“

An dem langen Wochenende im Februar haben mein Mann und ich Kawagoe besucht. Kawagoe ist eine Stadt in Saitama (埼玉), die auch als kleines Edo oder Koedo (小江戸) bezeichnet wird, weil dort viele Gebäude aussehen, wie aus der Edozeit.

Wo komme ich hin?

Am preisgünstigsten kann mit der Seibu-Linie (西武線) bis nach Honkawagoe (本川越) fahren. Von Shinjuku  aus kostet es ein bisschen weniger als 500 Yen und man benötigt ca. 1 Stunde. Eine weitere Möglichkeit ist die Tojo-Linie (東上線) von Ikebukuro aus bis zum Bahnhof Kawagoe. Beide Bahnhöfe liegen nah beieinander, aber Honkawagoe ist ein bisschen näher an den Touristenspots.

Stadt der Warenhäuser und der Glocke der Zeit

Direkt am Bahnhof wird Kawagoe als „Toki no kane to kura no machi“ (時の鐘と蔵のまち) vorgestellt. Das heißt übersetzt in etwa, die Stadt der Warenhäuser und der Glocke der Zeit. Könnte fast aus einem J-RPG stammen.

Bahnhofstafel von Honkawagoe
Bahnhofstafel von Honkawagoe

Kawagoe war früher  ein wichtiger Handelsplatz, so dass viele Händler dort ihre Warenhäuser und Geschäfte aufgebaut haben. Einige sind noch vorhanden, was der Einkaufsstraße im Norden vom Bahnhof ein historisches Flair verleiht. Die Toki-no-Kane (Glocke der Zeit), die sich in einem großen Glockenturm auf einer Nebenstraße der Einkaufsstraße befindet, ist das Wahrzeichen von Kawagoe. Wie der Name schon vermuten lässt, wurde sie früher geläutet, um die Zeit anzuzeigen.

„Loch in Erde, Bronze rin, Glocke fertig, bimm, bimm, bimm.“
„Loch in Erde, Bronze rin, Glocke fertig, bimm, bimm, bimm.“

Erst mal durch die Einkaufsstraße

Verlässt man Honkawagoe nach Norden hin kommt man schon recht schnell auf die Einkaufsstraße, wo die historischen Geschäfte und Warenhäuser zu sehen sind. Man fühlt sich ein bisschen, wie in die Vergangenheit versetzt, wenn man dort entlang läuft, wenn nur die vielen Autos und Touristen nicht wären. Gerade an Wochenenden und Feiertagen ist es leider sehr voll.

 

In den Geschäften findet man hauptsächlich Touristengeschäfte mit den typischen Mitbringseln. Es gibt aber auch Teegeschäfte und Geschäfte mit traditionellen japanischen Puppen.

Lilafarbene Gyoza und Süßkartoffel-Onigiri

Wenn man kurz vor dem Ende der Einkaufsstraße rechts abbiegt, kommt man in Seitenstraße, wo die Toki-no-Kane zu finden ist. Läuft man ein paar Meter weiter, findet man ein Ramen-Restaurant, wo es eine Spezialität von Kawagoe gibt, die lilafarbenen Gyoza.

Das Gyoza Zaikan
Das Gyoza Zaikan

Das Restaurant ist nicht besonders groß, sodass es an gut besuchten Tagen zu Wartezeiten kommen kann. Wir waren an einem Sonntag dort und mussten ca. 30 Minuten anstehen, um einen Platz zu bekommen.

Mit Ramen, Yakisoba, Chahan und Gyoza bietet das Restaurant die typische Speisekarte eines Ramen-Restaurants an. Die Preise sind sehr moderat. Man kann hier die Spezialitäten Kawagoe-Ramen, Futomen-Yakisoba und die lilafarbenen Gyoza genießen.

 

Die Gyoza sind lila, weil im Teig Süßkartoffeln verarbeitet wurden. In der Füllung findet man auch welche. Die Gyoza schmecken nicht schlecht, aber verlieren leider auch im Vergleich zu den Gyoza aus Utsunomiya (s. h. mein Bericht vom Gyoza-Festival).

Kawagoe ist für seine Süßkartoffeln berühmt. Süßkartoffeln-Sticks und Chips werden an diversen Ständen entlang der Einkaufsstraße verkauft. Es gibt sogar „Süßkartoffel-Onigiri“.

 Ein Onigiri ganz ohne Reis
Ein Onigiri ganz ohne Reis

Diese haben mit den Onigiri aus Reis bis auf die Form aber nichts gemeinsam.

Die Süßigkeitennebengasse und die Überreste vom Schloss

Geht man bis zum Ende der Einkaufsstraße und dann ein Stück nach links kommt man zur Kashiya-Yokocho  (菓子屋横丁), einer Nebengasse wo es hauptsächlich Süßigkeiten zu kaufen gibt. Hier findet man allerhand traditionelle, japanische Süßigkeiten.

Die Kashiya-Yokocho von oben
Die Kashiya-Yokocho von oben

Geht man am Ende der Einkaufsstraße nach rechts, kommt man zum Kawagoe Schloss bzw. den Überresten. Es steht leider nur noch ein Gebäude. Für 100 Yen kann man es auch von innen betrachten.

Hommmaru vom Kawagoe Schloss
Hommmaru vom Kawagoe Schloss

Fazit

Kawagoe eignet sich gut für Tagesausflüge von Tokyo und Umgebung. Wer es sich leisten kann, sollte lieber unter der Woche gehen. Am besten kommt man mit leerem Magen und viel Speicherplatz auf der SD-Karte, damit man ganz viele von den Süßkartoffel-Leckereien genießen und Fotos von den historischen Gebäuden machen kann.

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