Planung ist alles – Universal Studios Japan in Osaka

Schloss Hogwarts

Auch in Japan kann man Universal Studios besuchen. Diese befinden sich in Osaka und haben neben den üblichen Attraktionen, die es auch in anderen Universal Studios gibt, ein paar japantypische Attraktionen, dafür aber auch viele Besucher und lange Wartezeiten.

Als ich das USJ besucht habe, war gerade der Cool Japan Event am Laufen. Auf diesen bin ich in einem früheren Beitrag eingegangen.

Wie kommt man hin?

Die Universal Studios befinden sich im westlichen Teil von Osaka und haben einen eigenen Bahnhof, der Universal City (ユニバーサルシティ駅 ) heißt. Vom Osaka Hauptbahnhof ist dieser z. B. mit verschiedenen JR-linien zu erreichen. Eine Fahrt dauert etwa 10-15 Minuten.

Wenn man am Shinkansenbanhhof Shin-Osaka (新大阪) ankommt, kommt man am Besten, wenn man mit der JR zum Osaka Hauptbahnhof fährt und dann entsprechend umsteigt.

Wie viel kostet es?

Es gibt verschiedene Tickets, die für einen Tag, anderthalb Tage oder zwei Tage gelten. Ein Ticket für einen Tag kostet für einen Erwachsenen 7.900 Yen. Für Kinder und Senioren gibt es vergünstigte Tickets. Wer in dem Monat, in dem er Geburstag hat, oder im Folgemonat den Park besucht, kann auch vergünstige Geburtstagstickets erwerben, wenn er sich auf der Webseite kostenslos anmeldet.

Man kann auch Jahrestickets und Tickets, wo direkt Express Pässe für die beliebten Fahrgeschäfte mit dabei sind, erwerben.

Grundsätzlich ist es sinnvoll ein Ticket im Vorverkauf zu kaufen, sonst muss man vor dem Park zwei Mal anstehen. Einmal am Ticketschalter und dann noch einmal am Einlass. Tickets kann man z. B.  direkt auf der Webseite oder im Lawson kaufen.

Zweiklassengesellschaft

Wie auch im Disneyland und Disney Sea gibt es im USJ eine Zweiklassengesellschaft, die Besucher mit normalem Ticket und die mit Express Pass (bzw. Fast Pass im Disneyland).

Die Express Pässe ermöglichen es einem mit Fahrgeschäften zu fahren, ohne dabei lange Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen. Mit einem Express Pass darf man sich an einer gesonderten Schlange anstellen, wo es schneller geht.  Gerade am Wochenende und an Feiertagen ist bei beliebten Attraktionen mit Wartezeiten von ein bis zwei Stunden zu rechnen, aber auch unter der Woche sind 100 Minuten und mehr keine Seltenheit, sodass so ein Express Pass schon recht praktisch sein kann.

Im Disneyland bekommt man diese kostenlos und auf First-Come-First Serve Basis im USJ allerdings wird daraus ein Geschäftsmodel gemacht. Express Pässe kosten extra und das nicht zu knapp. Ein Express Pass für sieben beliebte Attraktionen kostet z. B. ab 7.600 Yen. Der Preis variert und liegt an beliebten Tagen auch mal über 10.000 Yen und ist damit teurer als der Eintrittspreis.  Es gibt verschiedene Pässe die jeweils verschiedene Attraktionen abdecken. Die günstigsten Varianten sind ab 5.200 Yen zu bekommen.

Wenn man online vorbestellt, ist man auf der sicheren Seite. Die Pässe gibt es zwar auch im Park, es wird aber nur eine limiterte Anzahl pro Tag ausgestellt.

Im USJ ist also sprichwörtlich Zeit Geld. Um zu evaluieren, ob sich ein Express Pass lohnt und welche Attraktionen die längsten Wartezeiten haben, gibt es zwei praktische Webseiten, die aber leider nur auf Japanisch vorhanden sind.

Planung ist alles

Diese Webseite berechnet anhand verschiedener Faktoren (Wochenenden, Schulferien, Events im Park etc.), wie viele Besucher vorraussichtlich an einem bestimmten Tag den Park besuchen werden. In dem kleinen Kalender links oben steht für jeden Tag eine Zahl, wenn man 000 dran hängt, weiß man wie viele Besucher vorhergesagt werden. Dabei gilt für bis zu 10.000 Besucher, dass der Park sehr lehr sein soll und für 50.000 und mehr wird er als brechend voll beschrieben.

Ich war an einem Tag da, wo 28.000 Besucher vorhergesagt waren und es fühlte sich doch recht voll an. Nach 12 Uhr gab es beim Flying Dinosaur und dem Minion Ride auch Wartezeiten von über 100 Minuten.

Um die genauen Wartezeiten der einzelnen Attraktionen zu erfahren, hilft diese Seite. Die zeigt nicht nur die aktuellen Wartezeiten an und hilft so, wenn man im Park ist, zu entscheiden, wo man als nächstes hin geht, wenn man eine Attraktion anklickt, erhält man Diagramme, die angeben, wie sich die Wartezeiten für die letzten paar Tage im Laufe des Tages verändert haben.

So kann man recherchieren, wann welche Attraktionen eher wenig besucht sind und so seinen Besuch im Voraus planen. Grundsätzlich ist morgens nach Eröffnung noch wenig los, sodass es sich lohnt, früh da zu sein. Ich habe zwischen 9 und 10 Uhr drei Attraktionen ohne Express Pass geschafft.

Wenn man so viel wie möglich aus dem Besuch heraushohlen will, sollte man sich vorher überlegen, welche Attraktionen man mitnehmen will, einen Plan aufstellen und wenn nötig entsprechend Express Pässe kaufen.


Nach dem ganzen Vorgeplänkel jetzt aber zum Park selbst.  Das USJ ist 54 Hektar groß und in verschiedene Themenbereiche eingeteilt. Es gibt New York, Hollywood, San Franciso, Jurassic World, eine Minion Welt, eine Hello Kitty meets Sesamstraße Welt, Waterworld und natürlich die Wizarding World of Harry Potter. Auf ein paar der Welten möchte ich näher eingehen.

Wizarding World of Harry Potter

Die Welt von Harry Potter betritt man durch einen dichten Wald, der einen schon gut einstimmt. An einer Stelle sieht man das gecrashte Auto der Weasleys, das ein beliebter Spott ist, um Fotos zu machen.

Nach einem kurzen Spaziergang durch den Wald kommt man am Tor von Hogsmeade an.

Der Eingang nach Hogsmeade
Der Eingang nach Hogsmeade

Auch wenn hier ein paar Elemente aus den Büchern zusammengewürfelt wurden, (Olivanders ist im USJ in Hogsmeade) fand ich das Hogsmeade echt überzeugend. Man fühlt sich, als wäre man wirklich in der Welt von Harry Potter und findet eigentlich alle bekannten Geschäfte wieder. Einige kann man betreten, andere sind nur Kulisse.

Von Weitem kann man auch Hogwarts selbst erkennen, das sich auch wunderschön als Fotomotiv macht.

Schloss Hogwarts
Schloss Hogwarts

In den Geschäften gibt es allerhand Harry Potter Merchandise zu kaufen. Von Schokofröschen, über Zauberstäbe und Hogwarts Uniformen bishin zur Karte des Rumtreibers gibt es eigentlich alles, was das Fanherz höher schlagen lässt.

Ich war froh, dass ich meine schlimmste Harry Potter Phase hinter mir und im Moment kein so großes Interesse mehr an dem Franchise habe, denn sonst hätte ich wohl eine Menge Geld dagelassen. Ich fand alle Harry Potter Artikel recht teuer. Ein Schokofrosch kostet 1.200 Yen, ein Zauberstab 5.000 und ein Hogwarts-Zauberermantel 12.000. Da kommt man schnell auf ein paar 100 Euro.

Die Zauberstäbe haben das zusätzliche Gimmick, dass man sie an verschiedenen Stellen in der Harry Potter Welt benutzen kann, um kleine Effekte auszulösen. Ein Sensor erkennt die Bewegung des Stabs und wenn die korrekt ausgeführt wurde, geht ein Schloß auf oder ein Licht an. Alles nicht wirklich aufregend, aber für Fans vielleicht ein interessantes Erlebnis.

In Hogsmeade gibt es auch eine Nachbaute des Pubs „Drei Besen“, wo man zu Mittag essen kann. Auch hier sind die Preise nicht ganz billig und man findet kein Hauptgericht unter 2000 Yen. Dafür sind die Portionen recht groß. Es hat mich aber schon gestört, dass man bei den Preisen nur Plastikteller und Plastikbesteck bekommt, mit dem sich eine Schweinerippe leider nur sehr umständlich schneiden lässt.

Essen im "Drei Besen"
Essen im „Drei Besen“

Natürlich gibt es auch das beliebte Butterbier. Das ist aber nicht alkoholisch sondern nur eine süße Limonade mit einer sahneartigen Schicht oben drauf. Wahlweiße kann man es im Plastikbecher oder im Plastikhumpen bestellen, den man auch als Souvenir mitnehmen kann.

Butter Bier in Hogsmeade
Dieses Butterbier schmeckt weder nach Butter noch nach Bier.

In der Harry Potter Welt gibt es drei Attraktionen. Bei Ollivanders kann man sich eine Show ansehen, bei der eine Person ausgewählt wird und für diese wird dann von Ollivander der passende Zauberstaub ausgesucht. Der oder die Glückliche bekommt den Stab aber nicht geschenkt, sondern muss ihn zum regulären Preis kaufen, wenn er ihn behalten möchte.

Im Schloß Hogwarts selbst ist eine Achterbahn, mit der ich aber nicht gefahren bin, weil man über 80 Minuten hätte anstehen müssen. Man kann sich das Innere des Schloßes aber auch ansehen, ohne mit der Achterbahn zu fahren und auch das ist sehr liebvoll und detailreich gestaltet.

Neben dem Schloß kann man einen Ritt auf dem Hypogriff wagen. Das ist eine recht moderate Achterbahn, die man auch fahren kann, wenn man kein großer Fan von Achterbahnen ist. Die Schlage zur Bahn führt durch den verbotenen Wald und man kommt an Hagrids Hütte vorbei, die man sonst nicht zu sehen bekommt, sodass sich eine Fahrt auch deswegen lohnt.

Hogwarts von innen
Hagrids Hütte

Jurassic World

In der Jurrasic World gibt es zwei Fahrgeschäfte, den Flying Dinosaur und den Jurassic Ride. Der Flying Dinosaur ist eine der beliebtesten Achterbahnen im Park und war vor Kurzem in den Nachrichten, weil sie aufgrund eines Fehlers plötzlich stehen blieb und so die Fahrgäste zwei Stunden kopfüber auf ihre Rettung warten mussten.

Beide Fahrgeschäfte hatten leider lange Wartzeiten, sodass ich nicht mitgefahren bin. Neben den Fahrgeschäften gibt es auch eine Street Show, wo als Dinosaurier verkleidete Menschen auftauchen und wie in einer Art Zirkus vorgeführt werden.

Street Show in der Jurassic World
Street Show in der Jurassic World

Minion World

Die Minion World, die erst 2017 eröffnet, ist sehr niedlich und detailreich gestaltet. Überall sieht man Minionskulpturen, die irgendeinen Blödsinn veranstalten.

Es gibt ein Restaurant, wo man Essen im Miniondesign genießen kann und einen Stand wo man Minion-Cookiesandwhiches kaufen kann, die mit verschiedenen Eissorten gefüllt sind. An heißen Tagen sehr zum empfehlen.

Außerdem gibt es natürlich die typischen Souvenirshops und lustige Minispiele, die ein bisschen an einen Rummel erinnern, wo man Minion-Plüschtiere gewinnen kann.

Die Minions sind aber nicht nur in der Minionwelt zu finden. In jeder Welt des Parks gibt es Popcornstände, wo man einen Popcornbehälter in Minionform dazu kaufen kann. Der Minion ist dann entsprechend der jeweiligen Welt verkleidet.

Der Rest

Die anderen Welten habe ich mir aus Zeitmangel nur flüchtig angesehen. Die Hello Kitty/Sesamstraße-Welt ist eher für Kinder gedacht. Entsprechend sind die Fahrgeschäfte kinderfreundlich und alles ist sehr pink. Auch wird dort anscheinend  im Mai noch Ostern gefeiert.

Happy Easter im USJ
Happy Easter im USJ

In der New York Welt gibt es ein Spidermanfahrgeschäft, das ich auch gut gemacht fand. Mit einer 3D-Brille fährt man durch verschiedene Szenen, die durch Bildschirme und Kulissen dargestellt sind. Dank der guten Grafik und nahtlosen Einbindung in die Kulissen fühlt es sich echt realistisch an. An Stellen wo Feuer vorkommt, wird es auch entsprechend warm und wenn Hydroman auftaucht, wird man mit Wasser bespritzt.

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In allen Welten finden zu bestimmten Zeiten immer wieder Tanz- oder Musikshows statt. Am Eingang zum Park erhält man einen Flyer, wo die genauen Zeiten abzulesen sind.

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Tanz Show mit dem Krümelmonster

Fazit

Mir hat der Park ingesamt gut gefallen, aber an einem Tag schafft man leider nicht alles, was man eigentlich machen wollte, gerade wenn man keine Express Pässe hat. Da stellt sich die Frage, ob man sich lieber ein 2-Tagesticket kauft und im Parkhotel übernachtet oder das Geld in Express Pässe investiert. Ich bin grundsätzlich kein Freund der Zweiklassengesellschaft beim Anstehen, aber das Geschäftsmodell scheint zu funktionieren.

Der beliebteste Teil des Parks ist wahrscheinlich die Harry Potter Welt und hier kommt man als Fan auch voll auf seine Kosten und das bei den Preisen sogar im wörtlichen Sinn.

Wenn man noch nie einen anderen Park der Universal Studios besucht und in Japan die Gelegenheit dazu hat, lohnt es sich diese zu ergreifen. Ansonsten wird man als Europäer wahrscheinlich in einem der englischsprachigen Parks ein besseres Erlebnis haben, weil die Sprachbariere geringer ist.

Im Moment beschränken sich japanischen Franchises auch noch auf Hello Kitty Welt und die Cool Japan Attraktionen, aber 2019 oder 2020 wird dann die neue Super Nintendo World aufmachen, dem Park noch mehr Japanflair verleihen und ihn gerade für Nintendo-Fans noch attraktiver machen.

Wart ihr schon mal in einem Universal Studios Themenpark? Wenn ja, wie hat es euch gefallen?  

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3 Kommentare zu „Planung ist alles – Universal Studios Japan in Osaka

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